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Monatsarchiv für August 2007

kunst und kommunikation

seit einige jahre mache ich scherenschnitte. ja, diese riesige portraits in schwarz-grau-weiß, die meine ich. von anfang an habe ich einerseits die aufbauende meinung der meisten der betrachter, aber auch ein riesen problem.

es geht um die “models”. es sind alles ganz normale leute, wie du und ich, die man draußen jederzeit antreffen kann. aber da ist das problem.

ich konkretisiere. wie kriege ich das gesicht, das mich grad fasziniert hat, dazu sich vor meine linse zu stellen? es sind meistens frauen, oft auch welche die sich (zurecht) für optisch begehrenswert halten. es sind bis auf wenige ausnahmen (um die es grad logischerweise gar nicht geht hier) wilfremde leute. wie soll ichs tun? es geht um portraits, fotos die ich als grundstein für meine “kunst” verwenden will.

oft hab ichs versucht, sie anzusprechen, ohne erfolg. egal wie ich mein vorhaben erkläre, es klingt immer wie anmache. auch wenn ich die chance habe es richtig darzustellen (äußerst seltener fall…), kommts bei denen an wie anmache. wie soll ichs ansprechen ohne gleich ein fehlplazierten korb zu kriegen?

traurig (für mich) ist daß ich seit fast zwei jahren ein bestimmtes gesicht im kopf hab. eine junge frau die ich einmal im monat sehe. und seit zwei jahren traue ich mich nicht sie anzusprechen weil ich mir ziemlich sicher bin daß es genauso abläuft. und da ich danach genauso da stehen würd, ohne fotos von ihr gemacht zu haben, spare ich mir die vorstellung.

es sieht so aus ob es für mein problem keine lösung gibt.
hat jemand ‘ne idee?
little Joe

veröffentlicht am 31. August 2007 unter werkstatt, dünnpfiff / thin whistle

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29.08.07 - aussichten

menschen sind böse!
die welt ist schlecht!
das leben ist scheiße!

solange einige leute so weiter machen wie bisher, wird sich nichts daran ändern.

little Joe

veröffentlicht am 29. August 2007 unter dünnpfiff / thin whistle

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freiheit

ich bin nicht frei. bin nicht frei vom besitzdenken, obwohl ich mich dafür hasse. auch ich will haben, “meins” sagen. egal wie ichs mir begründe, komme ich nicht davon weg.

desöfterem bisher stand ich davor, vor der entscheidung. festhalten oder loslassen. warum es schon wieder soweit ist, keine ahnung. das letzte mal ist noch gar nicht so lange her…

die frage trifft weniger die tatsachen, und mehr meine persönliche haltung dazu. es ist nicht wichtig ob ichs dann habe oder nicht, als folge. wenn ich mich mit diese frage befasse, ist mir bereits klar daß es weg ist.

ich treffe nur die entscheidungen die mir zustehen, deshalb entscheide nur ob es mir paßt. akzeptieren muß ich es so oder so.

ich werds (wieder) mit fassung tragen. ich halte (wieder) nicht fest. ich bin jetzt (wieder) ganz stark. und das erste was ich jetzt machen werde ist… versuchen (wieder) loszulassen.
little Joe

veröffentlicht am 28. August 2007 unter dünnpfiff / thin whistle

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liebe und lüge

“ich liebe dich”
ah, die liebe liebe… *seufz*
mich bewegt dieses wort. nö, falsch! mich bewegen die auslegung und tatsächliche aussage hinter diese äußerung.

desöfteren sollte um die aussage zu vervollständigen (und deshalb auch ehrlich zu formulieren) ein “aber” hinterher kommen. ist doch so, oder?

der jeniger den man kennenlernt und indem man sich verliebt, der ist selten der traumtyp. trotzdem ist auf ihm das bild des traumpartners projiziert. zum anfang, ist er das. aber dann…
schieben wirs auf die schmetterlinge, verwerflich ist es nicht.

in diese anfangsphase kennt man sich noch gar nicht. man erkennt sich, das ja. aber sobald man in den jeweiligen keller des anderen hineinblickt, sterben gleich ein paar schmetterlinge. nach und nach öffnen sich die augen. nach und nach sieht man den frosch.

bis hier, alles menschlich, alles natürlich, alles vertretbar. aber dann trennen sich die haltungen, den bereits amtlich einfamiliarisierten anderer gegenüber.

einige, wenige, stellen sich darauf ein, grinsen weiter, und stehen zu den tollsten frosch auf dieser welt. es funktioniert, alles im butter.

andere, auch nicht soviele, sind dazu in der lage die sache aus rationalen gründen abzublasen. alles begründbar, alles korrekt. ehrlichkeit und selbsteinschätzung als entscheidungshelfer. game over, weiter gehts (aber mit dem nächsten, klar!). auch supi.

dann kommt die masse. diese erkennen eine spur von eine chance, doch aus dem nutzlosen frosch irgendwas brauchbares zu machen. im besten fall, sogar den prinz der doch nicht da war. und sie versuchen es, gnadenlos. mit frosch als grundlage… toi, toi, toi.

was mich stört, mich irritiert bei diese leute, ist daß der satz am anfang dann nicht seltener ausgesprochen wird. man versucht pausenlos an den anderen zu feilen und ihm zu modellieren. man versucht mit überzeugung, mit finten, mit druck und mit köder, aus ihm etwas anderes zu machen als das was er ist. und dennoch wird der satz weiter verwendet.

man kennt sich draußen lernen, dann soll man nicht mehr rausgehen. man lernt sich als modebewußt kennen, dann soll die hälfte der kleidung lieber nicht getragen werden. man lernt sich mit ‘ne kippe und ‘n bier in der hand kennen, aber das soll eingestellt werden. man lernt sich unter freunde kennen, die soll man aber nicht mehr treffen. man kennt sich als eigenständig und selbständig kennen, aber man soll lieber fragen. usw, usw, usw…

ich sage dazu:
1. wer den anderen nicht erträgt so wie er ist, der soll loslassen und weitersuchen. den “richtigen”, den gibts bestimmt. der versuch jemand zu verändern mach den jenigen nicht besser, sondern kaputt.
2. wer nicht weiß was die worte bedeuten, soll sie nicht verwenden.
3. lügen haben nur kurze beine. wer lügt, der hat alles ganz ganz kurz!

little Joe

veröffentlicht am 27. August 2007 unter dünnpfiff / thin whistle

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speckstein ist ansteckend

eine mir als eher nicht-bastler bekannte gute freundin ließ sich neulich mühelos dafür begeistern, mit speckstein zu arbeiten. wie so viele um mich herum, diente ihr bisher das staunen über das was ich bastle (begründet oder nicht) als meßlatte. diese ansprüche waren dermaßen hoch angesiedelt daß sie es sich nicht mal traute ein werkzeug in die hand zu nehmen. obwohl ich ihr sagte daß ich ein nicht zu vernachlässigendem vorsprung habe, womit sie sich nicht versuchen sollte zu messen, war die angst da irgendwelche ansprüche nicht gerecht zu werden. auch die diskussion über das vernichten von material (weil eh nichts daraus wird), die ich ihr verucht hatte auszureden (wenns nicht klappt, so what, versuchs nochmal) landete immer wieder ins leere.

jetzt, mit deutlich weniger widerstand als gewohnt, hab ich ihr ein paar steine gegeben (werkzeuge auch, klar!) und hab ihr kurz gezeigt wie es geht. nach nicht mal zwei wochen, kommt sie jetzt an und zeigt mir das was sie geschafft hat. zwei steine hat sie bearbeitet. die angst hat sie verloren. es macht ihr spaß. steine und werkzeuge nimmt sie überall mit hin wo sie ein bißchen ruhe hat. ein kleines stiftétui, wo alles reinpaßt.

und das was sie gemacht hat, läßt sich sehen! weitermachen!

geht doch. warum nicht gleich so?
little joe

veröffentlicht am 26. August 2007 unter werkstatt

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fulltone-card and color-soapstone

these are 2 little things I’ve made for not so long time. as my daughter’s 7th birthday got nearer, I had to start doing something special. here is what came out.

karte516.JPGkarte516detail.JPGseven525.JPG

the card is a very easy paper-cut. no need to explain how to do it, I guess. on the detail you can see that I used diferent color-papers. I stayed away from shadows on the surfaces because the picture don’t need them.

I didn’t want to keep this soft-white soapstone colorless. thats why I painted it. in darker stones you get also a very nice look if you work with ink. remember that you have to paint it before you seal it with the firnis.

little Joe

veröffentlicht am 25. August 2007 unter eng/port/fra..., werkstatt

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stencils on shirts

here are the new ones, as easy as nice to make.

shirt526.JPGshirt526detail.JPGshirt538.JPG

shirt535.JPGshirt535detail.JPGshirt537.JPG

the sharp lines were made with stencils, the soft ones with the brush. there are only 2 things you need to do this you can’t buy: pacience and practice. the rest: use the right material, read the instructions, and you’ll see how easy it is to create your own style.
don’t be afraid, I’m not wearing this 2 shirts myself. they are little gifts for 2 wounderfull ladies.
little Joe

veröffentlicht am 24. August 2007 unter eng/port/fra..., werkstatt

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1-0

ein schöner tag heute. mir ist ein ganz wichtiger schritt in die richtige richtung gelungen. hab mich von einige sachen getrennt, sachen die mich schon lange belasteten, mir nicht gut taten. somit hab ich den platz um was schönes aufzubauen zurück erobert.

einfach wars nicht. ist es nie. der kräftezerrender kampf hat spuren hinterlassen, tiefe spuren die mir glücklicherweise lange in erinnerung bleiben werden. mahnmale als gedächtnisstütze, erfahrungswerte, lehrgeld. aber es hat sich gelohnt. und je härter der kampf, umso erfreulicher sein ende.

was ich mit dem neuen raum mache, weiß ich noch nicht. hab es nicht eilig. irgendwas wird sich schon finden. zuerst möchte ich diese reine luft geniessen und mich an den freien ausblick erfreuen.

schön daß es zuende ist. noch schöner daß es so zuende gegangen ist
little Joe

veröffentlicht am 23. August 2007 unter dünnpfiff / thin whistle

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an Törtchen

zum letzten mal:
1. die socken geben mir was. du gibst mir nix.
2. die socken nehmen dankend an was ich ihnen gebe. du nimmst nix.
3. die socken sind da. du nicht!
4. was ich dir geben würde oder von dir gerne hätte, das hat mit den socken nix zu tun. auch wenn, würden die nur das kriegen was du nicht willst.

die socken gehören mir und davon trenne ich mich nicht!
du hast auch socken, vergessen???
oder schläfst du “barfuß”?

little Joe

veröffentlicht am 23. August 2007 unter privat letters

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postkarte

desöfteren hab ich über den trüben blick den wir (ich auch) oft haben. oft auch hab ich mich gefragt wo das milchglas her kommt. warum entsteht sowas, wann, wo der auslöser ist. auch die frage um dessen verschwinden beschäftigt mich. vielleicht schaffe ich es zu verstehen wenn ich umdenke. ich versuche die sache von hinten anzupacken und analysiere als erstes das ende, in der hoffnung daß ich so den anfang näher komme.

kling wie knobbelspiel. ist vielleicht auch ähnlich. und ich, als begeisterter umdenker und freund von all diese kleine fummeliege dinge die jeder zweiter innerhalb von den ersten zwei munuten gegen die wand pfeffert, versuche neue wege einzuschlagen. möglicherweise sind die knobbelfähige umdenkleistungen das was ich um diese frage zu beantworten brauche. klingt zumindest plausibel und ist deshalb ein versuch wert.

hab heute eine postkarte bekommen. und mein blick ist seitdem klarer. das sind erstmal die fakten.

jeglicher zusammenhang zwischen das was mich übermäßig beschäftigte (oder die tatsache daß es nicht mehr so ist) und diese karte ist rein kronologisch. auch die tatsache daß die karte angesagt war, und deshalb keine überraschung war, schließt die verbindung von den zwei sachen aus, zumindest jegliche direkte. aber mein hirn leitet seitdem das selbstheilungsprozeß ein. komisch… gut, klar, sehr gut sogar, aber trotzdem komisch.

die voraussage über die karte hat mich auch gefreut. aber warum schaft dieses stück pappe aufeinmal mehr? ich könnte die ganze sache als zufall bezeichnen aber damit würd ich mir selber ein bein stellen. ich will wissen warum es so ist. ich brauche erfahrungen, sachen die mir helfen mich selber zu kennen und zu verstehen. vielleicht schaffe ich es so beim nächsten mal anders zu machen. nicht daß ich meine “tiefs” ausschließen will, weil die brauche ich auch, aber ich könnte durchaus besser damit umgehen. ich könnte mir ein zeitlimit setzen, zum beispiel, und die grenze ziehen bevor es ungesund wird.

unumstritten ist der faktor “briefkasten”. man weiß nie was drin ist, und meistens wartet eh keine schöne überraschung drin. was schönes daraus zu holen hat seltenheitswert und wird deshalb höher bewertet als zum beispiel eine sms.

der plastischer faktor (man kanns in der hand nehmen) ist auch zu bewerten. fühlt sich ganz anders an als ein text aufn handy.

handschrift, unterschrift, freischnauze formuliert, mit mehr als 160 zeichen, persönlich! alles merkmale die dieses stück pappe ihren ganz besonderen charme verleihen, nur durch ein brief zu übertreffen.

auch die reihenfolge der schritte bei der betrachtung von der karte (jeder hat da seine ganz eigene) erzeugt ein altbekanntes wohlbefinden. es ist ein ritual. man celebriert es redlich. ich zumindest tue es. zuerst schaue ich auf die unterschrift, noch ohne den text zu lesen. will erst wissen von wem, ist doch klar. danach dreh ich die karte um und schaue mir das bild an. erst wenn sich meine alten augen an das foto erfreut haben, dann dreh ich wieder die karte um. dann lese ich sie, meistens zweimal. als nächstes kommt eine pause indem ich sie nicht in der hand habe. meistens bin ich in dieser zeit nur im unterbewußtsein mit der karte beschäftigt, da ich mich sichtbar mit was anderes beschäftige. aber dann nehme ich die karte wieder, lese sie mir wieder 2-3 mal durch. und erst danach schaue ich mir die beschreibung für das bild an (linke obere ecke, meistens durch das handgeschriebene nicht mehr ohne mühe zu lesen), und wie die angaben für den empfänger geschrieben sind. dann folgen einige tage die die karte gut sichtbar auf dem küchentisch liegt, bis ich sie bei den anderen an der großen wand hänge. wie gesagt, ein altbekanntes ritual.

ich vermute daß grad diese rituale die auslöser sind. man findet zu sich zurück. auch in viele andere derartige situationen hab ich mich mit meine rituale (ohne sie so zu nennen) therapiert. ich finde oft nah am wasser, im grünen, mit mein zeichenblock, die kraft die ich suche. es sind vertrauten abläufe die mir ganz persönlich gehören. teilweise setze ich sie mit therapeutischen hintergrund ein. aber es sind keine immerwirkende heilmitteln. warum denn grad jetzt?

erste theorie: es wäre jetzt eh passiert. der zeitplan von dessen existenz mein hirn mir nix gesagt hatte… nö, humbuck!

zweite theorie: ich hab die kraft, die ich in letzter zeit nicht verschwendet hab um dagegen anzukämpfen, jetzt mobilisieren können. die postkarte war der auslöser. für ein moment war ich damit abkelenkt, in mein ritual vertieft. es hat gereicht.

in dieser stadium meiner selbstbetrachtung, bin ich der meinung daß man den kraftaufwand effektiv einsetzen soll, den man gegen sich selbst richtet. sich zu erlauben bestimmte stimmungsschwankungen zuzulassen, macht uns menschlich. wer seine pegel kappt und sich von sein humanes dynamisches gleichgewicht verabschiedet, der entwickelt sich von mensch zu (optisch) menschenähnlisches wesen. auch das moderne zulassen daß man sich bestimmte rituale nicht mehr antut (wegen mangel an zeit oder was geldbringendes anstatt dessen machen zu können, oder gesellschaftsbedingte pseudo-moralische oder soziale konflikte usw…) sterilisiert uns.

noch ein tip, für die die es bisher verstanden haben: man braucht kein anderen grund als “mir war danach” um ‘ne karte zu schreiben.
little Joe

veröffentlicht am 22. August 2007 unter dünnpfiff / thin whistle

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