Blog
Monatsarchiv für Februar 2009abreise
das wochenende ist zuende. die tasche ist gepackt um vom nicht-mehr-zuhause nach noch-nicht-zuhause zu fahren.
die zeit war kurz, viel zu kurz. letzendlich zuhause, richtig zuhause, war ich kaum. die anspannung im hinterkopf, die to-do’s zu schaffen, hat sich wie ein faden durch die tage gezogen. und jetzt daß alles fertig ist, steht die abreise an.
seltsam ist es zu merken daß mein umfeld es noch nicht zu realisieren scheint. andererseits ist es auch vielleicht besser so. keine große abschiede, keine fragen…
nur für mich wars komisch. nach eine woche ohne telefon und ohne bekannte gesichter, war mir echt danach. aber meine vorhaben verliefen sich ins nichts, in gewohnte lockere manier. letzendlich kehrte ich dort ein wo ich lange nicht mehr war und eigentlich ursprunglich nicht hinwollte. aber man kennt mich dort und als ersatz-maßnahme wars mehr als ok. natürlich waren da nicht die engsten (soviel davon gibts eh nicht), aber andere freunde und bekannte die man in gewohnte breitgrinsende und freundliche manier seit ewigkeiten begrüßt.
schön war es zu sehen daß es allen gut geht, obwohl nicht alle grad ein rosigen lebensabschnitt durchmachen. man behält sich das recht auf feiern, auf abschalten, auf nicht-zu-verbittern. an diese stelle, danke heiko für diese vorbildliche haltung.
schön war auch zu bemerken daß es jemand gut geht den ich nach wie vor sehr gern habe. sie machen beide ein glücklichen eindruch. freut mich.
und dann gabs auch die gesichter die seit jahren da wie inventarisiert anzutreffen sind. man kennt sich nicht, man sieht sich nur dort, man erkennt sich und tauscht ein ehrliches lächeln. tolle sache. schön, sowas.
gern möchte ich hier noch sämtliche regelmäßigen anonymen und heimlichen leser grüßen und sie auf die kommentierbarkeit der blog-einträge hinweisen.
bis die tage.
donnerstag
morgen gehts wieder nach hause. war eine harte woche, diese erste. lügen würde ich mit der behauptung daß mir die welt wenig besonnen wäre. schon dies macht die notwendige umstellung vergleichsweise winzig. aber auch wenn alles zu laufen scheint, bleibt die umstellung weiterhin ein kampf den man mit sich selbst auszutragen hat.
heute schien die sonne. wieder zuhause, als ich das fenster offnete um den qualm von der guten-morgen-kippe endlich an die atmosphäre zu übergeben, flog wieder eine coccinela herein. haben mich an was erinnert, diese 6mm in schwarz-rot.
der tag fing schon mit glück an, als ich den bus beinah hätte ohne mich fahren lassen. die nummer vorne war falsch. es war, dachte ich, nicht mein bus, also stand ich da und wartete daß er wegfährt. aber dann sah ich den mir bekannten busfahrer der mir zuwinkte. er machte wieder die tür auf und sagte “die technik will heute nicht, aber wir fahren trotzdem da lang”. ich bedankte mich und stieg ein, noch im halb-wach-koma der morgenstund. erst als ich bequem saß wurde mir bewußt was ich ihm zu verdanken habe. hätte er mich nicht erkannt, nicht gewartet daß ich auf sein winken reagiere, da wär ich glatt am 4. tag zu spät auf arbeit erschienen. was das für mich an konsequenzen hätte, mag ich mir gar nicht vorstellen. wär auf alle fälle schlecht, um es vorsichtig zu formulieren. morgen, wenn er wieder am steuer sitzt, werd ich ihm eine kakaohaltige kleinigkeit auf sein fahrscheinbrett hinlegen. guter mann, guter mensch!
der tag auf arbeit lief wie die anderen, ganz gut. letzendlich spiele ich “mainzelmännchen” was mir durchaus zusagt. da könnt ich es eine weile aushalten. schon witzig daß ich letzendlich das mache was kaum einer weißt daß es überhaupt jemand macht. es gibt abläufe uber die sich keiner gedanken macht, die keiner sich heut zu tage vorstellen kann. und ich bin einer davon, der den “unsichtbaren geist” mimen darf. bei mancheiner heiß es sogar “das macht alles die maschine”. ist auch besser so, wenn sich nicht jeder darüber gedanken macht. das letzte was ich brauche ist daß jemand kommt um mir bei der arbeit zuzuschauen.
nach dem dienst, hab ich mich wie gewohnt im bus hingesetzt, richtung zuhause. und wie immer, bin ich nicht dort ausgestiegen wo ich sollte. nein, ich verfahre mich schon nicht. ich wollte aber wissen wo der bus lang fährt nach dem er mich abgeliefert hat. nach ca 10 haltestellen bin ich doch ausgestiegen, mitten im nichts, an irgendeine kleinere straße, um den gleichen bus wieder zu nehmen in entgegengesetzte richtung. den spaß mache ich fast täglich, nur um zu schauen was es noch in der umgebung gibt. meine monatskarte nur für die fahrt zur arbeit und zurück zu nutzen wäre doch eine verschwendung, denk ich mir. und so sehe ich ein bißchen von diese mir noch fremde aber freundliche neue welt.
zuhause. zuhause heißt nu 10m² aber mit fenster. die ausrichtung nach westen sorgt für die ideale verhältnissen. morgens wenn ich weg bin ist es noch dunkel. aber wenn ich zurückkomme, da scheint mir die sonne direkt aufm kopfkissen (wenn sie scheint, logo).
das spartanische leben hier wird nur durch die anwesenheit meines rechners durchbrochen. ist letzendlich wie dauerzelten, wie leben ausm rucksack. ich brauche letzendlich doch nicht viel. die hälfte des tages bin ich eh unterwegs und die restliche paar stunden, da bin ich zu kaum mehr zu gebrauchen als zu mailen.
ja, ich vermisse was. ich vermisse doch ‘ne menge. aber es legt sich. zuerst muß sich mein körper ans neuen rythmus gewöhnen, um erst dann die restliche zeit nutzbar machen zu können. auch wenn ich meine tolle neue klampfe bei mir hätte, glaube ich kaum daß ich sie mehr als anschauen würde. nicht mal die zeichnen-möglichkeiten nutze ich jetzt. aber es kommt wieder, sobald sich auch das wetter ein wenig besonnener mir gegenüber zeigt.
nur noch ein paar stunden trennen mich von der heimreise. letzendlich ist heim nu hier, obwohl es sich noch ganz anders anfühlt. die reise geht ins lager, ins wirtschaftsraum, dahin wo die waschmaschine und der briefkasten sind. aber auch leute, freunde die ich jetzt vermisse obwohl ich sie vorher auch nicht öfters gesehen habe. schon hirnrissig, wie sich die empfindungen drehen. als sie greifbar waren, war es auch ok nix zu sagen. jetzt bekommen sie auf einmal ein status von rarität. ich versteh auch nicht alles was meine denkdrüse macht.
fazit: die sache läuft ![]()
diary - prolog
prolog
hier ist der versuch, in stufen, eine geschichte zu erzählen. ich leg weder wert auf lückenlose kontinuität noch an literarischen wert, geschweige daran daß diese zuende erzählt wird. versuch ist und bleibt versuch. die dafür eingerichtete kategorie soll das lesen und verfolgen einfacher machen.
little joe