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Monatsarchiv für Oktober 2009wet berlin
yesterday in berlin: rain, ugly coffee and a lot of fun.

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die macke mit der marke
früher war die lebensdauer ausschlaggebend für den urteil über qualität. wenn was lange gehalten hat, wars gut. da könnte man sich noch daran erinnern, wo man es gekauft hatte. klamotten die die maschinenwäsche nicht überlebt haben, obwohl sie es sollten, oder gläser die keine einfache berührung mit dergleichen verkrafteten, waren nichts wert. da gabs aber die macke mit der marke noch nicht, leider. da wärs hilfreich gewesen, noch zu wissen wer der hersteller war, um von ihm nix mehr nach hause zu bringen. aber das war früher.
bei klamotten ist die sichtbare erwähnung vom hersteller mittlerweile wichtiger als design oder material. schlimmer: man findet kaum was zum anziehen ohne daß man dafür als litfaßsäule für die marke rumlaufen muß. dagegen wehre ich mich seit jahrzehnte, meistens indem ich nach kleidung suche wo die sticker abzutrennen sind. diese manchmal aufwendige prozedur entspricht mein persönlicher kleiner krieg. leider kann ich die eine arbeitsstunde dem hersteller nicht in rechnung stellen, aber verdient hätten sie es.
gestern hab ich mir ‘nen streuer gekauft. ein stupider streuer für puderzucker, mitm sieb als “deckel”. und da gings wieder los. ein riesiger aufkleber. nix abwaschen und benutzen, sondern hinsetzen und arbeiten.
es erinnerte mich an gläser, die vom gleichen problem befallen sind. es reicht nicht daß die außenverpackung aufm hersteller hinweist, daß eine diskrete prägung am boden schon da ist, da müssen die einzelnen bestandteile eines satzes in hundemanier sichtbar angepinkelt werden.
noch krimineller wirds bei töpfe und pfannen: da sind die aufkleber “optimalerweise” auf der kontaktfläche. wer nicht aufpaßt, und die klebereste nicht restlos entfernt, der versaut sich damit sein ceranfeld.
bei meine schwiegereltern gabs, bei jahrealte und in benutzung stehenden geschirr, die berühmten aufkleber. bei ihre mundgeblasene glassammlung in der vitrine, da könnt ichs immer noch halbwegs verstehen. die bunte vasen hatten sonst keinerlei prägung die aufm herkunft hinwiesen, und sie standen auch nur zum ankucken da. aber aus geschirr, wovon man regelmäßig isst oder trinkt, wars mir immer eine ziemlich unhygienische angelegenheit. diskussionen gabs deswegen, weil ich unbedacht auf einmal das ding aus mein glas abgepullt hab.
der markenkult ist nicht neu. er fing auch nicht vor 10 jahre erst an, als die kids es entdeckten.
ich möchte endlich wieder irgendwas kaufen und es sofort benutzen können! ich hab genug von eingenähte schilder, von aceton um aufkleber und preisschilder zu entfernen! ich möchte ein t-shirt kaufen können die ich in heißen wasser vom benutzungsbedingten körpergeruch befreien kann, statt es wie ein 200 jahre altes per hand goldgesticktes kaschmirseidenhemd zu behandeln.
die einigartigkeit der einzelnen mißt sich inzwischen an der zusammensetzung seiner sichtbare marken. der wert der dinge mißt sich an die grenzenlose bereitschaft der menschen, sich an dem überteuerten preis zu ergötzen.
früher, wenn man beim preis/leistungs-vergleich ein schlechten geschäft machte, war man blöd. man traute sich wenn überhaupt, nur im engstem kreis, es zu erwähnen. es war peinlich. und heute?
sir eddys neue gemächer
wenn sich der hauskater, schnorrend, neben frauchen auf der gute ledergarnitur breit macht, ist man zuhause.
eddy, oder besser “sir” eddy hat seine decke, eigenhändig von frauchen in nestform zerknüllt und vom fernseher aus links.
nun gehört dieser nicht standesgemäßer zustand endlich der vergangenheit.
hier die materialliste:
- ein ausgedienter strand-windschutz
- schaumstoff aus ein ausgedienter bügelbrettbezug (für den boden)
- reste aus festerem schaumstoff (die vom polstern von stühle übrig blieben - für den rand)
wie sich sir eddy in sein modischen neuen thron macht, belege ich demnächst hier in bild.
noch einmal ist aus wertlosem kram was tolles entstanden. selbermachen ist nicht out sondern klug. wer es nicht selbermachen kann, der kennt mit sicherheit jemand der grad das kann. aber wer weißt schon heutzutage was andere können? wer gibt sich die bloße, jemand zu fragen wenns um sachen geht die man kaufen kann?
schlaf schön, liebe welt, und vergiß nicht die uhr umzustellen.
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explorateuerum
an angebote für die ferien mangelts nicht. man braucht nur aufm bahnhof zu gehen um vorschläge zu bekommen. so wurde uns das exploratorium in potsdam schmackhaft gemacht.
nach soviel werbung und wanderpräsentationen mit mitmach-experimenten, fanden wirs ‘ne wertvolle idee. ein nachmittag in didaktische atmosphäre, interessant und kindergerecht gestaltet, dachten wir.
vor der tür, eine baumskulptur. delfine. gut zum klettern, was einige kids doch recht einladend fanden. toll. fehlte nur die erwähnung des künstlers, aber wat solls. schon nicht schlecht als hinweis für “kinder sind willkommen”.
an der tür, ein schild (sinngemäß): “bitte nicht vorm eingangsbereich rauchen. gegenüber, vor der wiese, haben sie die möglichkeit dazu”. da stand ein großer baumstamm zum sitzen und ein ascher. auch toll.
und dann geht man in diese turnhalle rein…

ein riesiger teleskop (bestimmt fast 4 meter lang) lädt zum durchkucken ein. leider ist das dachfenster gute 2 meter von der blickrichtung entfernt und das ding ist nicht zu bewegen.
egal. da steht gleich ‘n riesiger tisch mit 4 telefone an den ecken, wo man von ein zum anderen anrufen kann. daß in der mitte eine schaltzentrale in durchsichtigen plexi-kasten steht, interessiert niemanden. ein paar lämpchen zeigen den weg vom anruf. für den kids reichts doch.
dann um die ersten trennwände rum, um den blick aus der garderobenwand weg zu lenken.
mitmach-experimente sind aufgestellt, in alle größen, zwischen trennwände die eher nach ausschuß aus eine vergangene messe erinnern, und die nur dazu dienen auf der anderen seite irgendwas anderes hinstellen zu können.
alles wahllos durcheinander, beschildert aber nicht immer wirklich erklärt, oft schon etwas reparaturbedürftig, zusammenhangslos und lieblos dahingeklatscht. von mechanik zu optik, von elektrizität zu akustik, zu mathematik, von hui nach hot…
neben optische täuschungen steht ein seilzug, dann das prinzip vom heißluftbalon, mini modelle vom benzinmotor, eine wärmebild-kamera und ein riesiger puzzle aus holz. weiter hinten einige radähnliche tretgeräte womit man strom erzeugen kann, ein paar schalwellen-experimente die schon bessere tage gehabt haben, sowie eine wand über die gefährliche verbreitung von ein pilz in eine getreide-plantage.
die wege sind der platz zwischen den verschidenen exponaten. mit etwas glück, spielen keine kinder grad “fang mich” wenn man durchgehen will.
dann die verzerrspiegeln die leider aus beklebte alufolie bestehen, ein terrarium mit ein paar (wundeschöne) heuschrecken, metalplatten zum anfassen, der turm von babylon (leider nur mit 4 scheiben), sowie ein (möchtegern) schallschluckenden tunnel.
der didaktischer ansatz von “mitmach” ist nur da wenn man sich als elternteil die zeit nimmt um ergänzend das zu erklären was da nicht zu lesen ist. aber auch ich war nicht immer dazu in der lage. auch ich wußte mit manche konstruktionen nix anzufangen.
für die jenigen die knöpfe drücken oder kürbel drehen wollen um sich über das was passiert zu wundern (ohne anspruch auf wissensvermittlung), ist das definitiv ‘ne tolle sache. da können sich die kinder problemlos austoben mitten in der wissenschaft ohne irgendwas an wissen mit nach hause zu nehmen. sogar party-zelt-tische und bänke gibts da, um den kindergeburtstagskuchen zu vertilgen ohne rausgehen zu müssen.
schade ums potenzial. schade um die mühe die sich die konstrukteure mal gemacht haben, um die dinge zu bauen. für den eintrittspreis hätten wir ‘n paar bänder vom “wie funktioniert was” kaufen können.
mancheiner würd nur sagen: “perlen vor die säue”. ich leg noch eins drauf: abzocke!
frieden oder dynamit?
grad hat die welt ein vorbild verloren
der friedensnobelpreis, als würdigung für aktive weltverbesserer, ist entzaubert.
“…soll er an denjenigen vergeben werden, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat.” (quelle: wikipedia)
wenn man sich die liste der bisherigen preisträger anschaut, wird das was ich meine deutlich.
allererster preisträger: Jean Henry Dunant - Gründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz
danach (u.a.): Martin Luther King jr., Amnesty International, Mutter Teresa, Lech Wałęsa, Desmond Tutu, Tenzin Gyatso (14. Dalai Lama), Nelson Mandela, Ximenes Belo, Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen, Ärzte ohne Grenzen, Die UNO, Kofi Annan, UNICEF, sowie unzählige male das Rote Kreuz.
neben leute die sich das wort frieden auf ihrem lebenslauf tätöwiert haben, die sich dafür geopfert haben, die verfolgt wurden und weiter gekämpft haben, neben organisationen die jahrzehntelang aktiv und effektiv die grundgedanken des friedens gefordert und geschützt haben… wird die liste um jemand ergänzt der nichts weiter ist als ein symbol. jemand der sich gleichzeitig leisten kann eine kriegsführende atommacht zu regieren und freundlich/fröhlich zu grinsen.
ich bestreite nicht die persönlichen gute absichten des jetzigen preisträgers. solche absichten habe auch ich. mein nachbar genauso. sogar die kassiererin von der drogerie um die ecke hat sie.
nun ist der erster da der den preis im voraus bekommt. alle anderen davor haben es vorher mit jahrelange stetige leistung verdient, nachweislich.
wenn die komission schon ein symbol ehrt, warum nicht die friedenstaube? oder den regenbogen? oder die aus papier geschipselte menschenkette?
ich finds schade. ich finds entwürdigend für den friedensnobelpreis. dieser ist für mich nu entzaubert und entwertet, von seine bedeutung entbunden.
ob Alfred Nobel so noch in frieden ruht?
ich glaube, man macht damit eher seine größte erfindung die ehre.
hier noch was dazu: Gandhi wurde insgesamt fünf Mal für den Friedensnobelpreis nominiert, zuletzt in seinem Todesjahr 1948. Da der Preis nicht postum verliehen werden kann, entschied das Kommitte, in jenem Jahr keinen Preis zu vergeben. (quelle: Wikipedia)
wenn man sich das anschaut, hat die jetzige verleihung für mich nur eine bezeichnung: BOCKMIST!
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paz ou dinamite?
o mundo acabou de perder um ideal.
o prémio nobel da paz, como reconhecimento a melhoradores activos do mundo, perdeu o brilho.
“…distinguir „a pessoa que tivesse feito a maior ou melhor acção pela fraternidade entre as nações, pela abolição e redução dos esforços de guerra e pela manutenção e promoção de tratados de paz“” (fonte: wikipedia)
quando se lê a lista dos laureados, percebe-se o que eu quero dizer.
o primeiro laureado: Jean Henry Dunant - fundador do Comité Internacional da Cruz Vermelha
depois (entre outros): Martin Luther King jr., Amnesty International, Mãe Teresa de Calcuta, Lech Wałęsa, Desmond Tutu, Tenzin Gyatso (14. Dalai Lama), Nelson Mandela, Ximenes Belo, Campanha Internacional para a Proíbição de Minas Terrestres, Médicos sem fronteiras, a UNO, Kofi Annan, a UNICEF, assim como muitas vezes a Cruz Vermelha.
lado a lado com pessoas que tatuaram a palavra paz no diário, que se privaram de muito por isso, que foram perseguidas e continuaram a lutar, lado a lado com organisações que exigiram e protegeram os principios da paz activamente e efectivamente durante décadas… aumenta-se a lista com alguém que nada mais é que um símbolo. alguém que simultaneamente rege um país que faz guerra e que tem armas nucleares, e sorri amigável e feliz.
eu não nego as intenções pessoais do laureado. essas intenções também tenho eu. o meu vizinho também. até a dona da loja da esquina as tem.
só que é o primeiro que recebe o prémio de antemão. os outros receberam todos o prémio depois de terem provado com factos que o merecem.
quando a comissão quer atribuír o prémio a um símbolo, porque não premiar a pomba da paz? ou o arco-iris? ou os bonecos encadeados que todos sabemos recortar?
é triste. é uma desonra pró prémio nobel da paz. este acabou de perder a magia, o valor e o significado.
será que Alfred Nobel ainda descansa em paz?
o que eu acho é que se honrou com isto a maior invenção dele.
mais uma coisa: Gandhi nunca recebeu o prémio nobel da paz, apesar de ter sido indicado cinco vezes (a última em 1948, ano da sua morte). mas como o prémio não pode ser atribuído póstumo, o comité decidiu nesse ano não o atribuír.
quando se vê ist, só me ocorre um nome para entrega do prémio deste ano: BURRICE!
hans-otto
ich hätte nie gedacht daß mir der namen “hans-otto” soviel freude bereiten kann…

es war wie das wiederfinden eines lange verlorenen stückchens zuhause. hat definitiv gerockt!!!